Du hebst im Sommer den Deckel der Biotonne an und blickst auf eine weiße, wimmelnde Masse: Maden in der Biotonne sind eines der unappetitlichsten Haushaltsprobleme überhaupt. Das Gute daran: Ein solcher Befall ist weder ein Zeichen für mangelnde Hygiene noch ein Grund zur Panik. Er lässt sich mit einfachen Mitteln beseitigen und mit ein paar Gewohnheiten künftig vermeiden. In diesem Ratgeber erfährst du, wie Maden entstehen, welche Sofortmaßnahmen helfen, wie du die Tonne gründlich reinigst und was du tun kannst, damit sie gar nicht erst wiederkommen.
Wenn du verstehen willst, warum die Tiere überhaupt auftauchen, hilft ein Blick auf ihre Entwicklung.
Bei Maden handelt es sich um die Larven von Fliegen, meist von Schmeißfliegen oder Fleischfliegen. Die erwachsenen Tiere riechen verderbliche Essensreste schon aus der Ferne. Sie legen ihre Eier auf Fleisch, Fisch, Wurst, Milchprodukten oder Speiseresten ab. Nach kurzer Zeit schlüpfen die Larven und fressen sich an den Abfällen satt. Besonders gute Bedingungen finden sie bei:
Wichtig: Selbst eine saubere Tonne kann befallen werden. Schon ein Stück Fleisch in der Küchenabfalltüte reicht, damit Fliegen sie finden.
Wenn du den Kreislauf kennst, kannst du ihn gezielt unterbrechen. Er verläuft in vier Stufen:
Das bedeutet: Wer nur die sichtbaren Maden beseitigt, aber Puppen und Eier übersieht, hat bald wieder Besuch. Reinige deshalb auch Ritzen, Ränder und die Deckelunterseite.
Für Menschen sind die Tiere selbst in der Regel nicht gefährlich, sie stechen und beißen nicht. Unangenehm sind vor allem Ekel und Geruch. Gesundheitlich kann es allerdings problematisch werden, wenn Fliegen und Larven von Abfall auf Lebensmittel wechseln und dabei Keime übertragen. Trage deshalb beim Reinigen Handschuhe, wasche dir danach die Hände gründlich und halte Lebensmittel von der Tonne fern. Bei offenen Wunden oder einem geschwächten Immunsystem ist besondere Vorsicht angebracht.
Sehr heißes Wasser tötet Maden zuverlässig ab. Gieße es direkt auf die befallenen Stellen. Beachte, dass Kunststofftonnen hohe Temperaturen meist vertragen, kochendes Wasser aber Verbrühungen verursachen kann. Arbeite daher mit festen Schuhen und halte Kinder und Haustiere fern. Die abgetöteten Tiere bleiben anschließend im Abfall und werden bei der Leerung abgeholt.
Trockenes Gesteinsmehl oder Algenkalk entzieht Feuchtigkeit und bindet Gerüche. Streue eine dünne Schicht auf den Abfall und auf den Boden der Tonne. Das ist für Menschen unbedenklich und passt grundsätzlich zum Bioabfall. Verzichte auf aggressive Mittel wie Branntkalk oder Chlorreiniger. Sie sind gefährlich in der Anwendung und gehören nicht in die Biotonne.
Verdünntes Essigwasser eignet sich zum Auswaschen der leeren Tonne. Es löst Beläge und neutralisiert Gerüche. Als Mittel gegen Maden direkt im Abfall ist es dagegen nicht belegt. Verwende Essig außerdem niemals zusammen mit chlorhaltigen Reinigern, weil dabei giftiges Chlorgas entstehen kann.
Von Salz in großen Mengen solltest du absehen. Es trocknet zwar aus, kann aber den Kompostierungsprozess stören. Auch Insektensprays, Pestizide oder Chemikalien gehören nicht in eine Tonne, deren Inhalt später kompostiert wird. Für Hausmittel wie Kaffeesatz, Duftöle oder Zitronenschalen gibt es keine verlässlichen Belege, dass sie Maden vertreiben. Sie können höchstens den Geruch überdecken.
Der beste Zeitpunkt ist direkt nach der Leerung, wenn die Tonne noch leer ist. Du brauchst Handschuhe, eine Bürste, Spülmittel und einen Gartenschlauch oder Eimer.
Achte beim Reinigen auch auf die Dichtungen am Deckel und auf Ritzen, in denen sich Reste festsetzen. Wiederhole die Reinigung im Sommer in regelmäßigen Abständen.
Im Sommer lohnt es sich, die Tonne nach jeder Leerung zu reinigen. In den kühleren Monaten genügt es meist, sie ein paar Mal im Jahr auszuwaschen. Hängt noch Geruch in der Tonne, hilft es, sie nach dem Waschen einige Stunden mit offenem Deckel in der Sonne trocknen zu lassen.
Wickle Fleisch-, Fisch- und Käsereste in Zeitungspapier ein oder lege sie bis zum Abholtag in den Gefrierschrank. Schütte auch nasse Reste wie Kaffeesatz oder Obstschalen nicht direkt in die Tonne, sondern lass sie vorher abtropfen oder wickle sie in Papier.
Plastiktüten gehören in Deutschland nicht in die Biotonne. Auch kompostierbare Beutel sind je nach Region erlaubt oder nicht. Erkundige dich bei deinem örtlichen Abfallwirtschaftsbetrieb. Zeitungspapier, Papiertüten oder Küchenpapier sind eine sichere Alternative, weil sie Feuchtigkeit aufsaugen.
Stelle die Tonne möglichst in den Schatten. Direkte Sonne beschleunigt Gärung und Fäulnis. Achte darauf, dass der Deckel dicht schließt. Ist er verzogen oder beschädigt, bitte den Entsorger um Ersatz.
Auch im Haus kann sich ein Befall bilden, wenn Eier schon im Küchenmülleimer abgelegt werden. Leere ihn regelmäßig, besonders im Sommer, und reinige ihn mit heißem Wasser. Mit einem geschlossenen Deckel haben Fliegen keinen Zugang.
Stelle die Tonne an jedem Abholtag heraus, auch wenn sie nur halb voll ist. Gerade im Sommer lohnt es sich, die Tonne nicht lange voll stehen zu lassen. Manche Entsorger bieten im Sommer eine häufigere Leerung an, frage dort nach.
Das hängt von der Temperatur ab. Bei Wärme verpuppen sich die Larven nach einigen Tagen und schlüpfen nach etwa ein bis zwei Wochen als Fliegen. Daher solltest du befallene Tonnen zügig leeren und reinigen, bevor neue Tiere schlüpfen.
Salz entzieht Feuchtigkeit und kann die Tiere schädigen. Allerdings können größere Mengen den Kompostierungsprozess der Bioabfälle stören. Besser sind heißes Wasser und trockenes Gesteinsmehl.
Ja, sie gehören mit dem Bioabfall in die Tonne und werden dort mit abgeholt. Dagegen sollten Gifte oder Insektizide nicht in die Tonne gelangen.
Fliegen sind bei Kälte kaum aktiv und legen weniger Eier. Im Sommer finden sie Wärme, Feuchtigkeit und Nahrung. Deshalb solltest du in der warmen Jahreszeit besonders aufmerksam sein.
Entsorge den Inhalt in einer verschlossenen Tüte in der Tonne draußen. Reinige den Eimer gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel und lass ihn komplett trocknen. Wische auch den Stellplatz und den Boden darunter feucht ab. Leere ihn künftig öfter.
Nicht allein mit Hausmitteln. Entscheidend sind Hygiene, trockene Abfälle, ein dichter Deckel und regelmäßiges Leeren. Hausmittel unterstützen höchstens.
Maden in der Biotonne sind lästig, aber gut in den Griff zu bekommen. Entferne den Befall mit heißem Wasser, lass die Tonne leeren und reinige sie gründlich. Mit Zeitungspapier, einem dichten Deckel, einem schattigen Standort und gesondert behandelten Fleischresten bleibt sie dauerhaft sauber. Fang am besten beim nächsten Abholtag an: eine saubere, trockene Tonne ist der wirksamste Schutz.